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Lehr- und Forschungsstation für 

Organischen Landbau Wiesengut

Siegaue 16

53773 Hennef 

Tel.: 02242 - 913 42 7 Fax: 02242- 913 42 88

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Professur Agrarökologie / Organischer Landbau

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Tierhaltung

Tierhaltung am Wiesengut

  1. Bedeutung der Tierhaltung im Organischen Landbau

    Der Organische Landbau verfolgt nach Köpke (1990) das Prinzip der zielgerichteten Organisation des landwirtschaftlichen proportionierten ( A. Young ), weitgehend in sich geschlossenen Betriebsorganismus. Dieses Leitbild des Organischen Landbaus macht die Kombination von Pflanzenbau und Tierhaltung, also den traditionellen Gemischtbetrieb oder entsprechende überbetriebliche Kooperationen erforderlich.

    Die Tierhaltung ist ein wesentliches finanzielles Standbein organisch wirtschaftender Betriebe. Sie erwirtschaften i. d. R. mehr als 50% ihrer Umsatzerlöse mit der Tierhaltung.
  2. Nährstoffkreislauf - weitgehend geschlossen

    Die Richtlinien des Organischen Landbaus verlangen, dass die Tierhaltung zum größten Teil auf eigener Futtergrundlage basiert. Tierbesatz und Zukaufsmöglichkeiten für Futtermittel sind limitiert. Daher können im Mist und in der Jauche nicht mehr Nährstoffe enthalten sein, als zuvor mit der Ernte den eigenen Böden entzogen worden ist. Damit sind die tierischen Ausscheidungen im Organischen Landbau nicht umweltbelastender Reststoff, sondern wertvoller Wirtschaftsdünger, der im eigenen Interesse des Landwirts auf möglichst verlustarme Weise auf diejenigen Felder und zu den Kulturarten wieder ausgebracht wird, die die Nährstoffe am ehesten benötigen bzw. am effizientesten verwerten.

    Nicht vermarktungsfähige Produkte aus der pflanzlichen Erzeugung, bspw. Stroh, Ausputzgetreide, Kartoffelunter- oder -übergrößen oder Gemüsereste können auf ökologisch und ökonomisch sinnvolle Weise in der Tierhaltung verwertet werden – ein großer Teil der Nährstoffe gelangt ebenfalls wieder mit Mist und Jauche zurück auf den Acker.
  3. Fruchtfolge - vielfältig

    Im Ökologischen Landbau ist der Einsatz mineralischer Stickstoffdüngemittel verboten. Durch den Anbau von Fabaceen wird Luftstickstoff mit Hilfe der Knöllchenbakterien fixiert und den Pflanzen verfügbar gemacht. Werden diese verfüttert, können die Nährstoffe überwiegend wieder über den Wirtschaftsdünger auch Nichtleguminosen zur Verfügung gestellt werden. Körner- und Futterleguminosen, die nicht in großem Umfang direkt für den Menschen nutzbar sind, können daher als betriebseigene Futtergrundlage für die Tierhaltung angebaut werden, bringen damit Stickstoff in den Betrieb, erzeugen über die tierische Veredelung wertvollen Wirtschaftsdünger, der auch anderen Kulturen dient.

    Dieser richtlinienbedingte "Zwang" zum Leguminosenanbau und zur eigenen Futtererzeugung bringt notwendiger weise eine Erweiterung der Fruchtfolge mit sich, die wiederum neben agrarökologischen Vorteilen auch eine Reihe pflanzenbaulicher Vorzüge aufweist. So führt eine weite Fruchtfolge und vor allem der übliche über- oder mehrjährige Klee- oder Luzernegrasanbau zu geringeren Problemen mit Ackerwildkräutern und einem deutlich reduzierten Krankheits- und Schädlingsdruck.
  4. Agrarökosystem

    Weite Fruchtfolgen bringen Vielfalt in die oft monotonen Agrarlandschaften und schaffen damit auch viefältigere Lebensmöglichkeiten für wildlebende Tier- und Pflanzenarten. Der mehrjährige Kleegrasanbau trägt darüberhinaus zum Humusaufbau der Böden bei und fördert somit ein verbessertes Wasser- und Nährstoffspeichervermögen, damit geringere Auswaschungen und verhindert wirksam Wasser- und Winderosion.
  5. Prozessqualität

    All die beschriebenen systemimmanenten "Organisationszwänge" des Organischen Landbaus bewirken eine mit der Erzeugung hochwertiger Produkte einhergehende deutlich geringere Umweltbelastung im Vergleich zur konventionellen oder integrierten Wirtschaftsweise. Für den Verbraucher ist darüberhinaus relevant, dass im Ökologischen Landbau der prophylaktische Einsatz von Tierarzneimitteln, bspw. Fütterungsantibiotika generell verboten ist und auch für die Behandlung kranker Tiere der Einsatz allopathischer Medikamente restriktiv gehandhabt und Naturheilmitteln der Vorzug gegeben wird.

    z.B. BSE: Tiermehle waren im Ökologsichen Landbau in der Rinderfütterung schon immer verboten. Damit gewährleistet der Ökologische Landbau neben einer weitgehenden Umweltschonung auch ein Maximum an Verbrauchersicherheit.
  6. Tiergerechtheit

    Von Anbeginn spielte die möglichst artgerechte Tierhaltung eine zentrale Rolle im Selbstverständnis des Ökologsichen Landbaus. Dies spiegelt sich inzwischen auch in der 1999 verabschiedeten EU-Verordnung zur tierischen Erzeugung wieder, die sehr weitgehende Forderungen zur Tiergerechtheit stellt. Nach einer entsprechenden Übergangsfrist wird die Anbindehaltung von Tieren verboten, Auslauf und Weidegang sind bspw. für Milchkühe schon immer vorgeschrieben.
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