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Professur Agrarökologie / Organischer Landbau

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Agrobiodiversität II

Erhaltung des genetischen Potentials alter Geflügelrassen

Durch die weltweit stärker werdende Dominanz von Hochleistungshybridrassen werden alte Nutztierrassen immer weniger genutzt. 1995 stufte die FAO 65% aller europäischen Nutzgeflügelrassen als „gefährdete Rassen“ ein. Bereits fünf Jahre später war deren Anteil auf 76 % gestiegen. Alte Rassen können aber wichtige Eigenschaften für die Zukunft besitzen, wie zum Beispiel Krankheitsresistenzen, eine besondere Angepasstheit an spezifische Umwelten, besondere Produktqualität, etc., die wir derzeit noch nicht wertschätzen und nutzen.

Auf dem Versuchsbetrieb Wiesengut wurden Fütterungs- und Haltungsversuche mit Diepholzer Gänsen und Bronzeputen alten Schlags durchgeführt, um spezielle Eigenschaften und Leistungen dieser Rassen herauszuarbeiten. Zusätzliche Leistungen alter und gefährdeter Nutztierrassen, wie beispielsweise eine höhere Fleischqualität oder der Einsatz bei der Kontrolle von Schadinsekten, könnten zur Förderung der Integration alter Rassen in nationale und regionale Produktketten beitragen, und so die Erhaltung gefährdeter Rassen sicherstellen.

Immer wieder widmete und widmet sich der Versuchsbetrieb im Rahmen von Forschungsaktivitäten, Haltungs- und Zuchtprojekten alten und gefährdeten Nutztierrasen. Beispiele dafür sind Skudden (ostpreusiche Schafrasse), Pommernenten und die Hühnerrasse Westfälische Totleger.

Derzeit hält der Betrieb die Hühnerrasse Bergische Kräher (Extrem gefährdet - RL Geflügel, Stand 2012) und Rauhwollige Pommersche Landschafe (Gefährdet - RL Schafe, Stand 2010)
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Fallbeispiel

Diepholzer Gans

Diepholzer Gänse zählen nach der Roten Liste der gefährdeten einheimischen Nutztierrassen in Deutschland zu den stark gefährdeten Geflügelrassen (Stand: Juli 2012). Obwohl noch bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts große Herden Diepholzer Gänse in einigen Teilen Norddeutschlands landschaftsprägend waren, war ihr Bestand im Jahre 2010 bundesweit dramatisch auf nur noch etwa 550 Tiere geschrumpft. Mit der Haltung und Zucht dieser Tiere leistete der Versuchsbetrieb einen kleinen Beitrag zum Fortbestand dieser besonderen Gänserasse. 

 

Die aus der norddeutschen Grafschaft Diepholz entstammende leichte Landgänserasse (Gewicht: 5,5 - 7kg) ähnelt in ihrem Körperbau, ihrem Verhalten und ihrer Anspruchslosigkeit unseren heimischen Graugänsen. Ehemals wurden die Gänse zur Beweidung großer, anmooriger Bruchweiden ohne jegliche Beifütterung von Kraftfutter gehalten.

Diepholzer Gänse sind mit 6-8 Wochen sehr frühreif. Sie besitzen einen ausgezeichneten Brutttrieb und vermehren sich problemlos. Die Legeleistung beträgt 35 - 50 Eier/Jahr. Ihr fettarmes, muskelreiches, festes und zugleich sehr zartes Fleisch ist von exzellentem Geschmack.


Aufgrund ihrer Robustheit und Genügsamkeit können die Diepholzer Gänse auch heute noch hervorragend zur Beweidung von Brachflächen, Feuchtwiesen, etc. eingesetzt werden. Somit könnte diese Rasse künftig wieder einen wichtigen Beitrag im Naturschutz und in der Landschaftspflege leisten.

 

 

 

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